Montagsgedanken

„Ich muss heute arbeiten gehen, um Geld zu verdienen“ oder „Ich will heute arbeiten gehen, um Geld zu verdienen“. Der zweite Satz hört sich besser an, nicht wahr? Habe auf einer Website gelesen, auf der es eine Diskussion gab, dass wir durch Formulierungen unsere Einstellung ändern können. Z. B. fühlt man sich gleich nicht mehr so ausgeliefert, wenn man sagt, „Ich will“. Vom Opfer zum Schöpfer sozusagen.

Doch so leicht ist es nicht, finde ich. Letztlich geht man doch zur Arbeit, und will es womöglich gar nicht, redet sich die Sache nur schön. Man macht sich selber was vor und verbaut sich die Chance, zu erkennen, was man wirklich will. Viel lieber möchte man meist irgendwo anders sein, am Strand liegen, in den Bergen wandern, im warmen Wasser schnorcheln. Schöne Orte gibt es da ja genug.

Dieses „Ich will“ kann aber die Sicht dahingehend ändern, als dass man die Situation annimmt und das zu Erledigende so gut macht, wie man kann. Ohne Gegenwehr und Meckerei. Dabei sollte man aber darauf achten, sich auf den Moment zu konzentrieren, nicht zu weit in die Zukunft zu schauen und nicht schon, morgens beim Aufwachen, an die „Grausen des Arbeitsalltags“ zu denken.

Die step-by-step-Variante von Augenblick zu Augenblick funktioniert sehr gut. Jeden Moment bewusst zu erleben, bedeutet keine Gedanken und die damit oft verbundenen Sorgen an die Zukunft oder Vergangenheit zu verschwenden. Also aufwachen, langsam aufstehen, die Vorhänge zurückziehen, ins Bad gehen, duschen, Frühstück bereiten etc. Jeder hat da ja seinen eigenen Ablauf. Alles ganz bewusst zu machen, ist eine ganz schöne Herausforderung, die sich aber lohnt, da du durch deine wachsende Präsens das Leben wirklich erlebst, statt Dinge unbewusst nebenbei zu tun, wie Kaffetrinken, Essen während du in Gedanken längst in der Firma bist.

Durch zu viel Denken an die Zukunft, wird der jetztige Moment nur verseucht. Ist die Situation (und das gilt für jede Situation) wirklich so fürchterlich, die Kollegen so schrecklich, langweilige oder stressige Arbeit zu tun, gibt es drei Möglichkeiten. Du nimmst die Situation an, so wie sie ist, ohne Jammerei. Du änderst die Situation oder du verlässt die Situation.

Solltest du keine Möglichkeit für die beiden letzteren Lösungen haben, bleibt dir nur noch das Annehmen. Alles andere bringt dir und anderen nur Leid. Und wer würde sich selbst und anderen das schon bewusst antun wollen. Unbewusst tun wir es aber millionenfach jeden Tag. Werden wir bewusster und leben den Moment! Du hast es selbst in der Hand und bist längst nicht so fremdgesteuert, wie du vielleicht denkst.

Tanaka Juuyoh

Foto: Tanaka Juuyoh

Gedanken – tanker | Montag – mandag

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